SySpro-News: August 2020

PDF-Download (Printversion, DIN A4, 1.500 kB)

PRESSEINFORMATION

honorarfrei zur Veröffentlichung
Belegexemplar bei Veröffentlichung erbeten


Recyclingbeton in tragenden Fertigteilen realisiert

Europäisches Förderprojekt geht in die Erprobungsphase
Zement, Sand und Kies vollständig aus Wiederaufbereitung

Nachdem das Fertigteilwerk Beton-Betz GmbH aus Kirchardt (Mitglied der SySpro-Gruppe Betonbauteile e. V.) nunmehr drei Jahre als Hauptpartner im EU-Projekt SeRaMCo (Secondary Raw Material for Concrete Precast Products) mitgewirkt hat, wurden Ende Mai die ersten Bauteile mit entsprechender Güteüberwachung produziert. Der lange Weg der planerischen Vorbereitung nebst Antrag auf bauaufsichtliche Genehmigung wurde mit Expertenunterstützung erfolgreich absolviert – siehe Pressemitteilung vom letzten Dezember. Jetzt galt es, das Knowhow auf das erste Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit Cerema (dem Zentrum für die Untersuchung und Expertenbewertung von Risiken, Umwelt, Mobilität und Regionalplanung aus Achères in Frankreich), der TU Delft und der Universität Kaiserslautern anzuwenden.

Der Standort ist ein Rastplatz an der französischen Autobahn A31, und zwar der erste Rastplatz bei der Anreise aus Luxemburg. Er gehört zur 15 km von der Stadt Thionville entfernten Gemeinde Entrange. Neben den Parkplätzen soll an exponierter Stelle die dekorative Schutzwand mit der Inschrift: "Thionville – Porte de France" aufgestellt werden. Der Standort hat den Vorteil einer sehr hohen Sichtbarkeit und eignet sich perfekt, um einem großen Publikum die Möglichkeit zu demonstrieren, relativ große Betonfertigteile aus Sekundärrohstoffen als Lärmschutzwand zu implementieren.

Die Lärmschutzwand ist 27 Meter lang, 1,4 Meter hoch, von denen 40 Zentimeter eingegraben sind, und 15 Zentimeter dick. Sie wird in fünf einzelnen Elementen à 2.590 kg vorgefertigt: drei Wände von je fünf Metern und zwei weitere von je sechs Metern mit jeweils 10 mm Scheinfugen zur Hervorhebung der einzelnen Buchstaben. Die besondere Herausforderung ist die strukturierte Oberfläche, die mit der Bezeichnung der Region in Buchstabenform zum Ausdruck kommt. Die Buchstaben selbst sind 60 Zentimeter hoch und zwei Zentimeter tief. Der Beton wird zu 100% aus recycelten Gesteinskörnungen und Zement vom Projektpartner Vicat Cement aus L'Isle D'Abeau in Frankreich hergestellt und weist die Mindestwiderstandsklasse C25/30 auf; seine Expositionsklasse wird XC4 sein. Die aktuelle europäische Norm EN 206 empfiehlt, 30% der recycelten Gesteinskörnung im Beton nicht zu überschreiten. Die französische nationale Ergänzung mit einem Maximum von 20% ist noch restriktiver. So sind diese Betonfertigteile, die aus Sekundärrohstoffen hergestellt werden, absolut innovativ, da sie zu 100% aus recycelten Gesteinskörnungen bestehen werden.

Das Design ist fertiggestellt, die Produktion der Betonelemente ist abgeschlossen und die Aufstellung der Lärmschutzwand für Ende Juni 2020.

2.644 Zeichen (inkl. Leerzeichen) zzgl. Head und Vorspann
Autoren des Beitrags: Jutta Lammersdorf und Dr.-Ing. Herbert Kahmer
3. Juni 2020



Weitere Informationen:

SySpro-Gruppe Betonbauteile e. V.
Postfach 90 11 53
63420 Hanau

www.syspro.de

Beton-Betz GmbH
Rappenauer Straße 46
74912 Kirchardt

www.beton-betz.de





Fotos:

Copyright: SySpro-Gruppe Betonbauteile e.V. - Beton-Betz GmbH


Abbildung 1: Lageplan des Pilotprojekts

Abbildung 2: Plan des Rastplatzes

Abbildung 3: Übersicht der Lärmschutzwand
Die Pläne wurden von der TU Delft mit der Unterstützung von Beton-Betz und Cerema gezeichnet.


Abbildung 4: Größe eines Segments


Abbildung 5: Die Buchstaben-Einlegeteile aus PVC. Sie wurden von einer Feinmechaniker-Werkstatt eigens angefertigt, damit nach dem Abheben des Fertigteils aus der Schalung eine gute Optik entsteht.


Abbildung 6: Im Fertigteilwerk Beton-Betz GmbH hergestellte Lärmschutzwand mit spezieller Buchstaben-Struktur


Abbildung 7: Die Lärmschutzplatte erhielt zur optischen Transparenz eine Scheinfuge zwischen den Buchstaben


Abbildung 8: Visualisierung der Lärmschutzwand


Abbildung 9: Von der Norm EN 206 empfohlene maximale Prozentsätze von Gesteinskörnungen


Hintergrundinformationen

SySpro-Gruppe Betonfertigteile e. V.

Qualitätsgemeinschaft für die Entwicklung, Produktion und die Vermarktung von Bausystemen

In der SySpro-Gruppe schlossen sich 1991 Unternehmen der Fertigteilindustrie zusammen. Hauptanliegen war ursprünglich der Erfahrungsaustausch über die Betonfertigteilproduktion auf automatisierten Umlaufanlagen, die damals neu auf den Markt gekommen waren. Elf Hersteller waren Gründungsmitglieder, acht davon gehören noch heute dazu. Aktuell gehören der SySpro 15 Mitglieder an, davon zwei aus Österreich und je eines aus Südtirol und aus Belgien. Mehrere verbundene Unternehmen ergänzen diese Allianz.

Nach dem Selbstverständnis der Gründungsmitglieder entwickelte sich die SySpro zu einer Qualitätsgemeinschaft für die Entwicklung, Produktion und die Vermarktung von Bausystemen. Alle Unternehmen fertigen umweltschonend mithilfe moderner Technologien in automatisierten Anlagen mit Roboterunterstützung und schnellem Produktionsablauf. Mit dem Gütesiegel „HiQ“ gab sich die Gruppe in den 1990er Jahren eine anspruchsvolle Selbstverpflichtung. Dabei werden die Richtlinien laufend fortgeschrieben und verfeinert, z. B. 2012 durch die Grundlagen für Umweltprodukt-Deklarationen (EPD), die in das Zertifizierungssystem einbezogen sind.

2016 feierte die Gruppe ihr 25-jähriges Bestehen. Die Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum trug den Titel „Realisierte Vision“. Die SySpro wird auch weiterhin Visionen entwickeln und realisieren. Aktuell ist dies der bedeutende Schritt ins energieeffiziente Bauen.

Jutta Ulrike Lammersdorf • PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
lammersdorf@jul-pr.de • Telefon: 07633 820 91 02 • mobil: 0177 887 18 14

PDF-Download (Printversion, DIN A4, 1.500 kB)